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    Workshop Gewaltprävention

    Wahrnehmung des Geschehens
    An vier Nachmittagen haben die Kinder und Jugendlichen des pädagogisch betreuten Lebensraums Oppeln 33 GmbH am Workshop Gewaltprävention teilgenommen.
    Die Inhalte des Workshops finden Sie im Beitrag „Selbstsicherheitstrainings“.
    Die Kids konnten sich in dieser Zeit intensiv und ihrer Alltagswelt angepasst mit Themen rund um Gewalt und deren Vorbeugung beschäftigen. Auch die Betreuer nahmen teil.
    Die Jugendlichen haben überwiegend interessiert und wissbegierig mitgemacht.
    Um Gewaltsituationen vorbeugen zu können, ist es wichtig, das Selbstwertgefühl und das Selbstbewusstsein eines jeden Kindes zu stärken. Die Aufgabe, sich die eigenen positiven Eigenschaften bewusst zu machen und zu nennen, stellte für die meisten Kinder eine Herausforderung dar, weil sie ihre Stärken nicht direkt abrufen konnten.

    So gaben wir dies als Hausaufgabe auf und wurden beim nächsten Workshop schon vor Beginn freudig von einigen Jungs empfangen, die ihre fünf besten Charaktereigenschaften notiert hatten und uns zeigten.
    Besonders eifrig waren die Kids in der Diskussionsrunde zu den verschiedenen Formen der Gewalt.

    Was die „Stärke“ von Gewalt auf einer Skala von 0 bis 100 betrifft, gab es viele verschiedene Empfindungen und interessant war, dass die meisten auf Karten notierten Begebenheiten von den Kindern als stark gewalttätig empfunden wurden und über der 100 platziert wurden.

    Immer wieder konnten wir das Alltagsgeschehen der Teilnehmer berücksichtigen, ganz konkret Fragen beantworten und auch alternative Verhaltensweisen proben.

    Große Begeisterung kam bei den Rollenspielen auf, egal ob die Kinder in die Rolle eines oder mehrerer Täter bzw. in die des Opfers oder des Zeugen schlüpften.
    Sehr schnell haben die Jungs und das Mädchen die schwierigen Situationen mit „bewaffneten“ oder „grabschenden“ Tätern gemeistert bzw. ihr Verhalten optimieren können. Das „Neinsagen“ gefiel den meisten recht gut und wurde auch nach dem Kurs noch mit den Betreuern weiter geübt.

    Wenn mal vereinzelt Widerstände auftauchten, also wenn z.B. Einzelne sich den Übungen verweigerten und damit den Gruppenprozess unterbrachen, spürte die gesamte Gruppe, dass dies auch eine Form von passiver Gewalt ist.
    Es war spannend und motivierend zu erleben, wie ähnlich hilflos sich Erwachsene, Jugendliche und Kinder verhalten, wenn sie Zeuge oder Betroffene von Gewalt werden. Motivierend war es vor allem deswegen, weil wir alle im Workshop zur Gewaltprävention erleben konnten, dass durch einfache Übungen und bewusste Reflexion ein konstruktiver Umgang mit Gewalt erlernt werden kann.
    Ich habe während des Lehrens die gemütliche Atmosphäre des Wohnzimmers der Oppelner genossen. Auch fand ich es sehr schön, dass die Betreuer in den Kursen der Kinder mitmachten, da sich dort Groß wie Klein anders als normalerweise begegnen konnten.
    Wir freuen uns auf den noch ausstehenden Infoabend mit den Eltern, damit auch sie mit den Inhalten des Workshops zur Gewaltprävention vertraut gemacht werden können.

    Selbstsicherheitstrainings

    Das Hauptziel ist, die Kinder / Jugendlichen in ihrer Persönlichkeit zu stärken, um ihr Selbstbewusstsein zu fördern und mit ihnen gewaltfreie Verhaltensmöglichkeiten zu erarbeiten, um in kriminellen Situationen handlungssicher zu bleiben. Sie sollen lernen, was Gewalt ist, wo sie schon im Alltag bei ihnen selbst in der Täterschaft beginnt wie man ihr ein Ende (als Opfer) setzen kann. Ihre Abgrenzungs- und Durchsetzungsfähigkeit wird geschult durch vor allem Rollenspiele. Angst- und Stress als Körperwahrnehmungen spielen eine Rolle, um die Selbstwahrnehmung zu stärken und was über den eigenen Körper zu lernen. Ebenfalls erfahren die Schüler selbst etwas über ihre eigenen Gewaltbereitschaft bzw. über ihre Täter- oder Opferhaltung.

    Ein Nebeneffekt der Selbstsicherheitstrainings ist, dass durch die interaktiven Übungen, die Gruppe sich besser kennenlernt und sich in Teamfähigkeit üben kann.

    Durchführung:
    Wegen der Konzentration und dem positiven Effekt der Wiederholung wurde der Workshop nicht an einem Tag durchgeführt sondern in Blockunterrichtseinheiten von jeweils 2 Std. unterteilt.
    So konnte in Wiederholungen auch festgestellt werden, welche Lerninhalte integriert wurden von den Gruppenmitgliedern.

    Inhalte:

    1. Workshop
    Kontakt / Kommunikation / Konflikt
    Rollenspiele & Alternativen, um Konflikte gewaltfrei lösen zu lernen

    2. Workshop
    Gewalt erkennen – Grenzen setzen
    Diskussionsforum / Einzel- bzw. Partner-Übungen

    3. Workshop
    Mach mir keinen Stress!“
    Stresstheorie und Körperübungen zu Angst- als Warnsignal des Körpers
    Grenzen erspüren lernen

    4. Workshop
    Macht & Ohnmacht- Dynamiken
    Rollenspiele zu Raub („Abzocke“), sex.Übergriffen &
    bewaffneten Angriffen…, Angriffen aus Gruppen

    Ganzheitlicher Ansatz:
    Die „Meer-Botschaften-Gewaltprävention“ hat das Ziel zur Folge, dass es unter Beteiligung der Eltern sowie der Betreuer(innen) aus der Heimeinrichtung effektiver genutzt werden kann.
    Wenn die Erwachsenen, die mit den Kindern / Jugendlichen zu tun haben bzw. mit ihnen arbeiten, dann müssen auch diese „ins Boot“ geholt werden und wissen, was denen unterrichtet wird.
    Darüber hinaus hat der interaktive Ansatz in den Lehrerfortbildungen und Elternabenden das Motiv, dass die Erwachsenen ihren eigene Durchsetzungs- bzw. Abgrenzungsfähigkeit reflektierend anschauen und ggf. verändern lernen können. Insbesondere an den Stellen, wo es auch innerhalb der Einrichtung Konflikte zwischen den Kindern und Erwachsenen gibt, diese gewaltfreier zu lösen.

    Sinnvolle Ergänzungen / Langfristigkeit:
    Um dieses Verhalten zu stärken macht es Sinn, das in regelmäßigen Abständen (alle paar Jahre) zu wiederholen. Ergänzend effektiv wirken langfristig Entspannungsübungen, Anti-Aggressionskurse, Kampfsport, Abenteuer,- Theaterpädagogik, schamanischen Ritualen sowie WATSU um das Gelernte immer wieder, wenn auch in anderer Form zu wiederholen und damit zu integrieren.

    BMX Trainingsblock

    Mit Begeisterung halfen unsere Kinder mit, als die Idee, einen BMX Parcours zu bauen, mit der Lieferung eines großen Holzpaketes Gestalt annahm. Zuerst mussten viele Bretter geschliffen werden und ein Bock musste her um eine Plattform zu stützen. Die Plattform setzt sich aus vielen Einzelbrettern zusammen, die alle auf die richtige Länge gesägt werden und auf zwei Balken geschraubt werden mussten. Als nächstes kam das Schiff an die Reihe. An der Konstruktion musste einiges vorbereitet werden, damit die Rampe tragfähig angebaut werden konnte. Schließlich wurde die Reling auf der einen Seite herausgesägt und auf der anderen Seite eine neue Reling aufgebaut um die Absturzgefahr zu bannen. Last but not least strichen die Kinder mit Eifer Holzlasur auf die Bretter und die Piratenrampe vor Wind und Wetter zu schützen.

    Schon beim Lesen dieses Textes bekommt man ein ungefähres Gefühl, wie viel Arbeit in diesem Projekt steckt und umso toller ist es, dass unsere Jungs so ausdauernd und handfest mit angepackt haben um diesen BMX Trainingsblock fertigzustellen.